Profilzylinder

Profilzylinder

Profilzylinder sind heute die gebräuchlichste Form der Schließzylinder. Diese Einsteck-Türschlösser sichern Türen gegen Einbruch und unbefugtes Betreten. Weitere Varianten eines Schließzylinders wären zum Beispiel der Rundzylinder, der bis in die 1960 Jahre beliebt war, und der Ovalzylinder. Es gibt unterschiedliche Ausführungen des Profilzylinders, z.B. Doppel- und Halbzylinder bzw. Knauf- oder Blindzylinder. Nachfolgend erläutern wir die verschiedenen Varianten im Detail und erklären außerdem, wie Schließanlagen funktionieren und wie sich Profilzylinder ausmessen lassen.

Was ist ein Profilzylinder und wie funktioniert er?

Profilzylinder Funktion
Profilzylinder im Querschnitt – so funktioniert der Schließzylinder

Ein Profilzylinder ist die Variante des Schließzylinders, die heute den Markt dominiert. Im Inneren des Profilzylinders befinden sich kleine Metallstifte, die mit Federn von unten nach oben in den Schließgang gedrückt werden. Der drehbare Zylinderkern ist blockiert.

Die Metallstifte sind an jeweils unterschiedlicher Stelle in zwei Hälften geteilt. Die Zusammenstellung der unterschiedlich geteilten Stifte ist bei jedem Schloss anders. Wird der passende Schlüssel in das Schloss gesteckt, drückt der Bart des Schlüssels die kleinen Stifte nach unten. Hierbei sind die Trennung der Stiftteile und die Zacken am Schlüsselbart aufeinander abgestimmt. Passt der Schlüssel, werden die Stifte in eine Position gedrückt, in der die Trennlinien alle in einer Ebene zu einander und zur Mantelfläche des drehbaren Zylinderkerns stehen. In dieser Position kann der Schlüssel im Schloss gedreht werden und der Schließmechanismus wird betätigt.

Wird dagegen der falsche Schlüssel eingesteckt, drücken die Zacken des Schlüsselbarts die Metallstifte nicht in die richtige Position. Die Trennung der Stiftteile schließt somit nicht bündig ab und die Stifte blockieren das Schloss.

Außen am Profilzylinder, verborgen im Inneren der Tür, befindet sich die Schließnase. Diese Metallnase bewegt sich mit, wenn im Inneren des Schlosses der Schlüssel gedreht wird. Hierdurch wird über einen Mechanismus der Türriegel bewegt, die Tür wird auf- oder abgeschlossen.

Was sind die wichtigsten Ausführungen?

Am häufigsten werden in Türen Profil-Doppelzylinder eingesetzt. Die Tür kann so von beiden Seiten auf- und zugeschlossen werden. Bei einem Doppelzylinder befindet sich auf beiden Seiten ein eigener Schließgang mit Metallstiften. Diese sind natürlich auf beiden Seiten identisch, damit beide Seiten mit demselben Schlüssel geschlossen werden können. Doppelzylinder mit Not-und Gefahrenfunktion lassen sich auch dann schließen, wenn auf der anderen Seite der Tür noch ein Schlüssel im Schloss steckt.

Es gibt aber natürlich auch Situationen, in denen das Schließen nur von einer Seite erforderlich ist. Z.B. bei Vorhangschlössern, Aufsatzschlössern, Schränken oder Aufzugsteuerungen. In diesen Fällen genügt ein sogenannter Halbzylinder. Der Halbzylinder hat nur auf einer Seite einen Schließgang für den Schlüssel. Eine Spezialfall ist das Panikschloss, das speziell für Brandschutztüren zum Einsatz kommt.

Auch der Knaufzylinder gehört zu den häufigsten Varianten. Er wird von außen mit einem Schlüssel betätigt. Von innen kommt statt einem Schlüssel ein Drehknopf zum Einsatz, der den Schließmechanismus betätigt.

Der Blindzylinder ist ein Sonderfall der Profilzylinder. Ein Blindzylinder dient dazu, das Loch in der Tür für den Schließzylinder zu verschließen, wenn kein Schließzylinder verwendet wird. Wenn eine Tür (in der Regel Innentüren) unverschlossen bleiben soll, dann wird häufig ein Blindzylinder eingebaut. Das Türloch wird aus ästhetischen Gründen verschlossen, aber auch gegen Manipulation sowie Zugluft gesichert. Früher wurde dafür oft Stücke einer Metallstange verwendet, die wie ein Profilzylinder geformt war, aber kein Schloss enthielt. Heute gibt es praktischere und günstigere Blindzylinder, die werkzeugfrei eingebaut werden können.

Was sind gleichschließende Profilzylinder?

Wenn mindestens zwei oder noch weitere Schließzylinder mit dem gleichen Schlüssel schließbar sind, dann handelt es sich um gleichschließende Schließzylinder. Hierbei sind die Schließzylinder komplett identisch. Solche gleichschließenden Zylinder werden von Fachhändlern für Schließanlagen und Schließzylinder angefertigt. Dabei werden alle Profilzylinder exakt mit den gleichen Kernstiftlängen ausgestattet. So können beliebig viele gleichschließende Profilzylinder mit nur einem Schlüssel geschlossen werden.

Beispiel: Der Autoschlüssel gehört zu den bekanntesten Beispielen des Alltags. Mit ihm lassen sich die KFZ-Türen, der Kofferraum, der Tankdeckel und nicht zuletzt auch das Zündschloss betätigen. In der Regel sieht es so auch mit dem Hausschlüssel im Einfamilienhaus aus. Dieser sperrt sowohl die Haustüre, Wohnungstüre, Kellertüre und das Garagentor.

Die Standard-Variante sind allerdings verschiedenschließende Profilzylinder. Das heißt, dass ein oder mehrere Schlüssel nur für ein bestimmtes Schloss passen. Somit wird für jedes Schloss ein eigner Schlüssel benötigt.

Profilzylinder in Schließanlagen

Die Vielseitigkeit von Profilzylindern haben diesen Typ Schließzylinder in der heutigen Zeit zum Standard gemacht. Neben dem hohen Sicherheitsaspekt ermöglichen Profilzylinder mit ihren geteilten Metallstiften auch eine differenzierte Zutrittskontrolle in Schließanlagen. Von einer Schließanlage spricht man, wenn mit einem Schlüssel mehrere Zylinder geschlossen werden können. Hierbei handelt es sich aber nicht um gleichschließende (also identische) Zylinder.

Beispiel: Dieser Fall tritt in klassischen Wohnblöcken auf. Die Mieter sind in der Lage, mit einem einzigen Schlüssel ihre eigene Wohnungstür, die Eingangstür zum Haus, den Briefkasten und die Tür zum Keller zu öffnen. Sie können aber jeweils nicht die Tür der anderen Mieter öffnen.

Dies ist möglich, wenn die Metallstifte im Inneren des Profilzylinders nicht nur einfach, sondern mehrfach geteilt sind. So können bewusst für ein Zylinderschloss verschiedene Schlüssel eingesetzt werden. Auf diese Weise funktioniert eine Schließanlage.

Schließanlagen in der Übersicht

Wir schauen uns nachfolgend die verschiedenen Anlagen an, die für Wohn- oder Büro-Komplexe geeignet sind.

  • Hauptschlüssel-Anlage: Bei dieser recht simplen Anlage hat der Chef einen Hauptschlüssel. Gleichzeitig verfügen die einzelnen Mitarbeiter über einen eigenen Schlüssel. Mit diesem Schlüssel können sie jeweils nur ihr eigenes Büro aufschließen, nicht aber die Büros der anderen Mitarbeiter. Mit dem Hauptschlüssel ist der Chef allerdings in der Lage, alle Schlösser im Gebäude zu öffnen, sodass der Chef (oder Wachmann, Putzfrau etc.) keinen umfangreichen Schlüsselbund benötigt.
  • General-Hauptschlüssel-Anlage: Wenn ein Unternehmen in mehreren Hierarchien unterteilt ist, dann reicht eine Hauptschlüssel-Anlage in der Regel nicht aus. Ein Beispiel wäre ein Unternehmen, bei dem ein CEO einen General-Hauptschlüssel besitzt. Dieser schließt jede einzelne Tür im Unternehmen. Abteilungsleiter, die eine Ebene unter dem CEO angeordnet sind, verfügen dagegen über Hauptschlüssel. Sie haben Zugang zu den verschiedenen Büros ihrer Abteilung – nicht aber zu den Büros der anderen Abteilungen. Die Inhaber der einzelnen Büros können genau ihr eigenes Büro aufschließen, nicht aber die anderen Büros.
  • Zentral-Schließanlage: Angenommen, ein Gebäude verfügt über fünf Wohnungen, in denen fünf Familien wohnen. Jede dieser Familien besitzt einen Schlüssel, um das Schloss der eigenen Wohnungstür zu öffnen. Diese einzelnen Schlüssel sind allerdings auch in der Lage, die Schließzylinder zur Eingangstür, zum Briefkasten und der Tiefgarage zu öffnen. Die Schlösser der anderen Wohnungen können dagegen nicht geöffnet werden.
Gut zu wissen: Nicht immer wird nur eine einzige Schließanlage eingesetzt, sondern auch eine Vermischung verschiedener Anlagen ist möglich, um die Zutrittskontrolle individuell zu regeln. Häufig ist dies bei Verwaltungsgebäuden oder Industriegebäuden der Fall.

Profilzylinder bieten höchste Sicherheit dank VdS-Sicherheitsklassen

Um Schließzylinder zu zertifizieren, kommen unabhängige Prüfinstitutionen zum Einsatz, wie z.B. die VdS (Vertrauen durch Sicherheit, früher: Verband der Sachversicherer). Durch eine klare Kennzeichnung sowie Sicherheitsklasse ist es Käufern möglich, eine unabhängige und objektive Entscheidung zu treffen. Dabei sind nicht alle Zylinder aller Hersteller VdS-zertifiziert. Allerdings zeigt dieses Zertifikat, dass besonders hohe Leistungsmerkmale eingehalten wurden.

Das VdS-Zertifikat wird in drei Sicherheitsklassen vergeben.

  1. Für einfache Anforderungen reicht die Basis-Sicherheit 1.
  2. Für mittlere Anforderungen ist die erhöhte Sicherheit und die Sicherheitsklasse 2 gedacht.
  3. Um besonders hohen Anforderungen gerecht zu werden, bieten Zylinder mit der Sicherheitsklasse 3 eine hohe Sicherheit.

Wie wird ein Profilzylinder ausgemessen?

Die äußere Dimension eines Zylinderprofils ist genormt. Es handelt sich um den sogenannten „Euro-Zylinder“. Es ist aber natürlich nötig, die Länge des Zylinders an die Situation der Tür anzupassen, wie

  • an die Türblatt-Stärke
  • an den Sitz des Schlosses innerhalb des Türblatts
  • an die Stärke des Beschlags

Entscheidend sind für das Ausmessen des Profilzylinders zwei Maße:

Das Außenmaß beschreibt die Gesamtlänge des Profilzylinders. Hierfür wird die Stärke der Tür mitsamt Beschlag ausgemessen. Es ist wichtig, dass Innen- und Außen-Beschlag mitgemessen werden, da der Zylinder sonst später im Beschlag verschwinden würde.

Das Innenmaß beschreibt die Länge vom Rand des Profilzylinders bis zum Loch für die Befestigungsschraube unter der Sperrnase. Hierfür wird die Tür mitsamt Beschlag auf beiden Seiten bis zum Loch für die Befestigungsschraube an der Schmalseite des Türblatts ausgemessen. Ist das Loch für die Schraube nicht mittig, so werden beide Innenmaße benötigt.

Praxistipp: Das Ausmessen kann mit einem klassischen Zollstock erfolgen. Besser geeignet ist aber ein spezielles Winkel-Lineal (eine Messlehre). Anwender halten diese außen an den Beschlag. Der Abstand bis zur Mitte der Befestigungsschraube (dies ist die Zylindermitte) bestimmt das Innenmaß. Der Abstand bis zum anderen Ende der Beschlagabdeckung betimmt das Außenmaß.

Was ist ein Knaufzylinder?

Knaufzylinder
Knaufzylinder – das unterschiedet ihn vom normalen Profilzylinder

Auf der Außenseite lässt sich ein Knaufzylinder mit einem passenden Schlüssel öffnen, wohingegen auf der Innenseite ein Drehknopf verbaut ist. Knaufzylinder dieser Art sind häufig an Türen verbaut, die jederzeit von innen geöffnet werden sollen. So bieten Knaufzylinder für Wohnungstüren eine gute Alternative zum normalen Doppelprofilzylinder.

Mit einem Knaufzylinder ist es möglich, in einer Gefahrensituation schnell und einfach aus der Wohnung zu fliehen, ohne nach einem Schlüssel suchen zu müssen. Für ausgewiesene Fluchttüren sind Sie allerdings nicht zugelassen, hier ist ein Schloss mit Panikfunktion nötig.

Besonders sinnvoll sind Knaufzylinder im Alter, wenn das Einstecken des Schlüssels gar nicht mehr so einfach ist. Auch kann es sein, dass Bewohner den Schlüssel verlegen und dennoch von innen zusperren wollen. Aus diesen Gründen werden Knaufzylinder häufig in altersgerechten Wohnungs-Eingangstüren eingesetzt oder nachgerüstet.

Gut zu wissen: Das Nachrüsten von Wohnungstüren mit einem Knaufzylinder ist problemlos möglich.

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