Brandschutztüren – sicherer Feuerschutz

Brandschutztüren

Brandschutztüren (auch Feuerschutzabschlüsse bzw. Feuerschutztüren genannt) dienen dem vorbeugenden Brandschutz. Sie werden in feuerhemmenden bzw. feuerbeständigen Wänden verbaut und verhindern im Brandfall die Ausbreitung des Feuers durch die Türöffnung. Brandschutztüren müssen einigen gesetzlichen Anforderungen genügen, wie selbstständiges Schließen, Hitzeschutz und das Ermöglichen der Rettung von Menschen im Gebäude. Neben Brandschutztüren werden auch Rauchschutztüren für den Brandschutz eingesetzt. Diese sind weniger hitzebeständig, verhindern aber eine Rauchausbreitung. Beide Türen erfüllen also verschiedene Aufgaben, können aber auch kombiniert werden.

Eingesetzt wird eine Feuerschutztür vor allem dort, wo eine hohe Besucherfrequenz herrscht oder sich schutzbedürftige Menschen aufhalten. Das sind beispielsweise Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, Hotels, Herbergen, Universitäten, Schulen, Banken, Verwaltungsgebäude, aber auch Bürogebäude und klassische Mehrfamilienhäuser. Ob eine Brandschutztür notwendig ist, wird in Deutschland je nach Bundesland in der Landesbauverordnung geregelt.

Welche speziellen Anforderungen bestehen an Brandschutztüren?

Brandschutztüren sind aufgrund der Anforderungen relativ schwer. Oft handelt es sich um Stahltüren, aber auch spezielle Glastüren kommen zum Einsatz. Brandschutztüren können einflügelig oder zweiflügelig sein.

Bei einer Brandschutztür gibt es gemäß den Normen für Brandschutztüren und Rauchschutztüren Anforderungen an die Türelemente als auch an die passenden Beschläge. Zugelassen werden immer nur die Einheit aus Tür, Zarge (Türrahmen) und Beschlag (Schloss und Griff). Damit eine Tür im Brandfall eine Schutzfunktion übernehmen kann, muss sie folgende Eigenschaften mitbringen:

  • selbsttätiges Schließen im Brandfall
  • feuerhemmend bzw. feuerbeständig
  • Hitzedämmung
  • Ermöglichen der Rettung von Menschen im Gebäude
  • Löscharbeiten ermöglichen

Im nachfolgenden Abschnitt geht es konkreter um die einzelnen Kennzeichnungen und deren Definition.

Gut zu wissen: Auch die Beschläge einer Feuerschutztür sind Teil der zugelassenen Einheit. Zum Teil sind die Beschläge beim Kauf der Tür aber nicht enthalten oder sollen später ausgetauscht werden. Dann muss im Zulassungsbescheid der Brandschutztür geprüft werden, welche Beschläge mit der Tür alternativ eingesetzt werden können. Dies kann sich auch auf bestimmte Modelle einzelner Hersteller beschränken.

Welche Kennzeichnungen von Brandschutztüren gibt es?

Damit der Schutz im Falle des Falles gewährleistet ist, unterliegen Brandschutztüren einer Norm und sind zertifiziert. Seit dem Jahr 2016 besteht die neue EN-Norm 16034. Derzeit befinden wir uns in einer Koexistenzphase mit der alten DIN 4102. Produkte können mittlerweile eine CE-Kennzeichnung erhalten.

Wichtig: Ab dem 1. September 2019 dürfen nur noch Brandschutztüren im Einsatz sein, die der neuen EN-16034-Norm mit CE-Zeichen entsprechen. Auf diese Weise lassen sich Brandschutztüren im europäischen Binnenmarkt vergleichen, da jede Feuerschutztür entsprechenden bautechnischen Regeln und Normen unterliegt.

Brandschutztüren werden anhand der neuen Norm klassifiziert. Die Klassifizierung möchten wir nachfolgend genauer erläutern.

ZeichenBedeutungKurze Beschreibung
ERaumabschlussWenn die Brandschutztür dieses Zeichen trägt, verhindert sie durch den Raumabschluss die Ausbreitung der Flammen.
IWärmedämmungIst dieses Zeichen vertreten, so wird die Temperatur an der äußeren Türseite begrenzt.
1 | 2Index der WärmedämmungBei dieser Ziffer handelt es sich um den Messbereich der Wärmeisolation.

1 = 25 mm vom Rand der Tür

2 = 100 mm vom Rand der Tür

30 | 60 | 90 | 120FeuerwiderstandsdauerDiese Zahlenangabe beschreibt die Anzahl an Minuten, in denen die Brandschutztür den Flammendurchtritt verhindern kann.
SRauchschutzfunktionMit dieser Kennzeichnung ist eine Rauchdurchtritt-Verhinderung gemeint, die sich auf bis zu 50 Pa Luftdruck bezieht.
200RauchschutzfunktionWenn diese Ziffer hinterlegt ist, dann wurde die Tür nicht nur bei Raumtemperatur, sondern in einer Prüfkammer auch bei 200 Grad Celsius geprüft.
CSelbstschließvermögenJede Brandschutztür muss selbstschließend ausgerüstet sein (durch Federbänder oder Türschließer).
0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5Dauerhaftigkeit der SelbstschließungDie Selbstschließfunktion muss der neuen Norm zufolge dauerhaft funktionstüchtig sein. Je nach Anzahl der erreichten Zyklen wird die Tür einer Kategorie zugeordnet. Die Zahl 5 bedeutet, dass 200.000 Schließ-Zyklen erreicht wurden.

Um diese Tabelle in eine gebräuchlichere Variante zu „übersetzen“, bieten wir nachfolgend eine Übersicht der in Deutschland häufig vorkommenden Bezeichnungen für Brandschutz- bzw. feuerhemmenden Türen. Auch die vor 2002 gebräuchliche T-Bezeichnungen (wobei T für Tür stand) für Feuerschutztüren sind aufgeführt.

Neue BezeichnungAlte BezeichnungTüren-ArtKlassifizierung
EI230-C5T 30feuerhemmende Türfeuerhemmend
EI260-C5T 60feuerhemmende Türhoch-feuerhemmend
EI290-C5T 90Brandschutztürfeuerbeständig
EI2120-C5T 120Brandschutztürhoch-feuerbeständig
EI230-S200-C5T 30feuerhemmende Tür mit Rauchschutzfunktionfeuerhemmend
EI260- S200-C5T 60feuerhemmende Tür mit Rauchschutzfunktionhoch-feuerhemmend
EI290- S200-C5T 90Brandschutztür mit Rauchschutzfunktionfeuerbeständig
EI2120- S200-C5T 120Brandschutztür mit Rauchschutzfunktionhoch-feuerbeständig

Welche speziellen Anforderungen bestehen an Rauchschutztüren?

Rauchschutztüren - Spezielle Anforderungen für Brandschutztüren

Bei einer Feuerschutztür geht es selbstverständlich um den (zumindest zeitlich eingegrenzten) Schutz vor einem Feuer. Bei einer Rauchschutztür liegt der Fokus daher auf dem Rauchdurchtritt, der – je nach Kennzeichnung – bis zu 50 Pa Luftdruck liegt. Auf der Kennzeichnung ist in diesem Fall außerdem eine Zahl 200 zu finden. Diese zeigt an, dass die Tür bei 200 Grad in der Prüfkammer getestet wurde. In diesem Fall ist das Türelement mit einer vierseitigen Dichtung versehen.

Ebenso wie bei den Brandschutztüren gibt es das internationale Bezeichnungssystem für Rauchschutztüren. Auch hier werden die Bezeichnungen aus der oben gezeigten Tabelle generiert. Bei Rauchschutztüren fällt die Angabe zur Widerstandsdauer weg. Die Widerstandsdauer beträgt bei allen Rauchschutztüren 30 Minuten.

BezeichnungTüren-ArtKlassifizierung
S-C5RauchschutztürRauchschutz bei Raumtemperatur
S200-C5RauchschutztürRauchschutz bei 200°C

Abgesehen vom Kennzeichnungsschild mit CE-Zeichen muss noch ein weiteres Kennzeichnungsschild auf der Feuerschutztür (bzw. der feuerhemmenden Tür und/oder Rauchschutztür) zu finden sein. Hier müssen folgende Daten aufgeführt sein:

  • Hersteller
  • Produkttyp oder Produktbezeichnung
  • Seriennummer oder Referenznummer
  • Feuerwiderstand und/oder Rauchschutzklassifizierung und/oder Klassifizierung der Selbstschließung

Mögliche Schlösser für Brandschutztüren – welche gibt es?

Schlösser Brandschutztüren
Schlösser in Brandschutztüren müssen besondere Maßgaben erfüllen

In Brandschutztüren dürfen nur spezielle Einsteckschlösser zum Einsatz kommen, die in einer Prüfung ebenfalls ihre Feuerwiderstandsfähigkeit bewiesen haben und entsprechend gekennzeichnet sind.

Einige Brandschutztüren sind als Durchgangstüren angelegt und sollen nicht verschlossen werden. Im Fall von Türen in Fluchtwegen müssen sie zumindest von innen immer passierbar sein. Auch bei diesen unverschlossenen Brandschutztüren muss allerdings immer das Loch in der Tür, in den ein Profilzylinder eingebaut werden könnte, verschlossen sein. Dies kann kostengünstig mit einem Blindzylinder erfolgen. Eingesetzt werden darf aber nur ein Blindzylinder, der ebenfalls eine Brandschutzprüfung bestanden hat.

Soll statt eines Blindzylinders ein Schloss verwendet werden, muss dieses hitzebeständig sein. Kritisch ist vor allem die Falle (der „Schnapper“), die sich bei starker Hitze verformen kann. In diesem Fall würde die Tür nicht mehr aufgehen. Daher ist das Material der Falle von großer Bedeutung für die Zulassung.

  • Stahl: Bis zu 90 Minuten Feuerwiderstandsdauer problemlos
  • Messing: Bis zu 30 Minuten Feuerwiderstandsdauer möglich
  • Zinndruckguss/Kunststoff: nicht geeignet

Panikschloss oder Blindzylinder?

Bei einer Feuerschutztür muss das Loch, in das ein Profilzylinder verbaut werden kann, gegen Rauch und Eintritt von Sauerstoff verschlossen werden. Dies erreicht man selbstverständlich auch mit dem Einsatz eines handelsüblichen Doppelprofilzylinders. Handelt es sich allerdings um eine Fluchttür, muss hierfür ein Panikschloss verwendet werden. Ein Panikschloss ermöglicht jederzeit die Öffnung der Tür in Fluchtrichtung über den Türdrücker, selbst wenn die Tür verschlossen ist.

Wenn die Tür jedoch nicht verschlossen werden muss, ist die Verwendung eines Blindzylinders die wesentlich günstigere Lösung.

Reicht ein Blindzylinder für den Brandschutz?

Blindzylinder dürfen in Brandschutztüren nur verwendet werden, wenn sie speziell dafür zugelassen sind.

Je nach Ort, an dem eine Brandschutztür bzw. Rauchschutztür eingebaut ist, können Panikschloss oder Blindzylinder besser geeignet sein. Wenn der Ein- und Ausgang gleichermaßen offenstehen darf, wenn es sich z.B. um Innentüren handelt, dann ist ein Blindzylinder die bessere und preiswertere Alternative.

Handelt es sich dagegen um eine Außentür, die von außen verschlossen, aber von innen jederzeit zu öffnen sein muss? Dann ist ein Panikschloss die bessere Wahl.

Blindzylinder EASYBLIND mit geprüftem Feuerschutz

Der patentierte EASYBLIND-Blindzylinder ist für Feuerschutztüren, Rauchschutztüren und Durchgangstüren geeignet, die nicht von außen verschlossen werden müssen. Der EASYBLIND ist in Türen der Klasse EI260-C5 bzw, T60 durch Gutachten Nr. 120004648 vom 14.08.2015 vom MPA Dortmund zugelassen.

Brandschutz und Fluchtwege – was ist zu beachten?

Im Falle einer Gefahr müssen in jedem Gebäude Fluchtwege vorhanden sein, damit sich Menschen in Sicherheit bringen können. Fluchtwege sind beispielsweise

  • Flure
  • Treppen
  • Ausgänge

Fluchtwege sind per Definition für die Personen selbst als Selbstrettungs-Weg gedacht. Bei einem Rettungsweg handelt es sich im klassischen Sinn um einen Zugang für die Einsatzkräfte. Wenn es um die Bauordnung geht, dann werden diese beiden Begriffe oftmals als allgemeine Rettungswege zusammengefasst. In einer Sonderbauverordnung wird dagegen häufig zwischen den Begriffen unterschieden.

Wichtig: Fluchtwege müssen besonders gekennzeichnet sein, damit Menschen während eines Brandes schnell und sicher in den Außenbereich gelangen. Ein Fluchtweg endet häufig in einem Notausgang – ein Ausgang ins Freie.

Zusammenfassung

Während eines Brandes sind Brandschutztüren unerlässlich. Diese Türen sorgen dafür, dass das Feuer eine gewisse Zeit nicht durch die Tür gelangt. Dank der neuen Norm sind die Feuerschutztüren zukünftig einheitlich zertifiziert und genormt, was zu einer Erhöhung der Sicherheit führt. Viele Feuerschutztüren sind auch gleichzeitig Rauchschutztüren, da sie eine ebenfalls zeitlich begrenzte Rauchschutzfunktion aufweisen. Handelt es sich bei der Brandschutztür um eine Innentür, so kann ein Blindzylinder verwendet werden.

Muss die Tür jedoch von außen verschließbar sein, dann kann ein handelsüblicher Schließzylinder die Brandschutzeignung der Tür ebenfalls erfüllen. Bei einer Fluchttür ist dann jedoch in ein Panikschloss zu investieren.

Sie haben Fragen zum Blindzylinder EASYBLIND?

EASYBLIND ist ein patentierter Blindzylinder, der ohne Werkzeug in wenigen Sekunden montiert wird. Die beste Lösung am Markt – und die cleverste Lösung am Markt! Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns!

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